🎧Levi Shalit schildert seine Erlebnisse im KZ-Lager Kaufering II

Auszug aus einem Interview am 9. Juni 1984 aufgenommen in ZĂŒrich. Inhalt: Erlebnisse KZ-Lager Kaufering II und Auflösung der KZ-Lager Ende April 1945.

Levi Shalit (Bildmitte) in Feldafing, 1945

Levi Shalit (Levi Salitan) wurde am 2. August 1916 in Kuibyshew (Rußland) geboren.

Er wĂ€chst in einer sehr religiösen Familie auf, besucht ein Rabbinerseminar und lernt hebrĂ€isch. Seine Jugend verbringt er in Memel. Schon als junger Mann entdeckt er seine schriftstellerische Neigung und arbeitet in Kovno (Kaunas) als Journalist. Als die deutschen Truppen Litauen besetzen, wird er ins Ghetto umgesiedelt. Dort engagiert er sich als aktives Mitglied in der Untergrundgruppe „Masada“. Im August 1944 wird er zusammen mit seinem Vater in das KZ-Lager Kaufering II deportiert und leistet dort Zwangsarbeit. Sein Vater stirbt im Lager. Kurz vor der Befreiung wird Levi Shalit zusammen mit tausenden anderen HĂ€ftlingen auf den „Todesmarsch“ in Richtung Dachau getrieben. US-Truppen befreien ihn in der Umgebung von Wolfratshausen.

Er geht nach MĂŒnchen, wird aktives Mitglied in der zionistischen Bewegung und des „Tsentral Komitet fun di bafrayte Yidn in Bayern“. Am 2. August 1945 grĂŒndet er mit Genehmigung der amerikanischen MilitĂ€rregierung in MĂŒnchen am Altheimer Eck die Zeitung „Unzer Weg“. Sie wird zur bedeutendsten jĂŒdischen Zeitung in Nachkriegsdeutschland.

1947 verlĂ€ĂŸt er MĂŒnchen und geht nach Israel. SpĂ€ter lebt und arbeitet er als Journalist in SĂŒd-Afrika und Israel. In seinem Buch „Beyond Dachau“ beschreibt er seine Erlebnisse im Außenlagerkomplex Kaufering.

Levi Shalit verstarb 1994 in Israel.

Die jĂŒdische Zeitung „Unzer Weg“ – Ausgabe No 4
Levi Shalit, 1980